April
2026

Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder.

Epheser 5,1

»Woher hast du das?«, fragt unsere Gastgeberin auf Urdu.

Da wir erst seit zwei Monaten hier leben, sind meine Sprachkenntnisse noch sehr begrenzt. Unsere Wohnung haben wir gerade erst bezogen und richten sie nach und nach mit Möbeln und liebevollen kleinen Details ein. Wir sind dankbar für die bisher kurzen, aber stets freundlichen Begegnungen mit unseren Vermietern, die direkt unter uns wohnen. Mit Händen, Füßen und einem Online-Übersetzer gelingt es uns, auf einfache Weise zu kommunizieren.

»Von dem Laden an der Ecke, über die Straße rechts«, antworte ich stockend, unterstützt durch einige Gesten. Ich bemerke, wie sie sich Notizen macht.

»Und was hat es gekostet?« – Wieder kratzt ihr Bleistift über das Papier, während sie meine Antwort notiert. Ich muss schmunzeln und ahne noch nicht, was es damit auf sich hat.

Ähnliche Situationen wiederholen sich bei den nächsten Besuchen. Auch die Pakete, die in den folgenden Wochen ankommen, werden oft schon geöffnet und neugierig begutachtet, bevor sie bei uns landen.

Mit der Zeit besuchen wir uns immer häufiger gegenseitig. Nach und nach fällt uns auf, dass einige ihrer Möbel verschwinden oder an anderen Stellen stehen. Bald treffen auch bei ihnen regelmäßig Pakete ein – deren Inhalt uns natürlich verborgen bleibt.

Einige Wochen später werden wir schließlich eingeladen – und staunen nicht schlecht: Stolz präsentiert uns unsere Vermieterin eine leicht abgewandelte Kopie unserer Wohnung. Sie hat ihre komplette Einrichtung umgestaltet und die Möbel fast identisch angeordnet, da beide Wohnungen denselben Grundriss haben. Strahlend führt sie uns herum und erzählt ihren Nachbarinnen voller Freude, dass sie sich alles von uns abgeschaut habe.

Diese Begebenheit lässt uns immer wieder schmunzeln, und wir fühlen uns natürlich sehr geehrt. Wie schön wäre es aber, wenn sie uns in weitaus wichtigeren Dingen nachahmen würden! Können sie erkennen, dass unser Leben davon geprägt ist, Jesus nachzufolgen? Was müssen sie in unserem Leben sehen, damit sie auch das ewige Leben von Jesus bekommen möchten? Welche Worte müssen sie hören, um Jesus als ihren eigenen Retter lieben zu lernen?  

Uns bleibt nichts anderes, als weiter nachzufolgen, unser Leben mit ihnen zu teilen, die Beziehung zu ihnen zu pflegen, ihre Sprache zu lernen, um tiefere Gespräche führen zu können, und zu beten, dass unser Zeugnis auf Jesus hinweist und ihm nicht im Weg steht.  

Wie schön wäre es, wenn sie eines Tages ihren Nachbarn begeistert erzählen, dass sie Jesus in unserem Leben gesehen haben – und ihm nun ebenfalls nachfolgen. Es ist unser größtes Anliegen, hier mit unserem ganzen Leben Licht zu sein, damit dieses Licht gesehen wird und es in Pakistan immer heller wird.