19.–25. Oktober 2026 Tägliches Gebet

Montag 19 Oktober

Aleviten – Mündliche Überlieferung und Geburtsgemeinschaft

Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! (Offb 22,17) Traditionell kann man nicht durch ein Glaubensbekenntnis zum Alevitentum konvertieren, sondern man wird in die Gemeinschaft hineingeboren. Das religiöse und kulturelle Wissen wurde Jahrhunderte nur mündlich über spirituelle Abstammungslinien (Ocak) vom spirituellen Oberhaupt (Dede) an die Gemeindemitglieder (Talip) weitergegeben. Als Alevit galt nur, wer alevitischen Eltern hatte. Heute ermöglichen einige moderne Gemeinden Ehepartnern Zugang.

Bete, dass Aleviten sich von Jesus Geist und Braut rufen lassen.

Dienstag 20 Oktober

Aleviten – Eigenes alevitisches Rechtssystem

Jesus Christus ist uns von Gott gemacht zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung. (1Kor 1,30) 1923 wurde durch Kemal Atatürk die moderne Republik Türkei ausgerufen und ein Säkularisierungsprogramm begonnen. Zuvor lebten Aleviten in autonomen, schwer zugänglichen Landregionen Anatoliens. Sie entwickelten ein von Staat und sunnitischen Institutionen unabhängiges Rechtssystem. Konflikte in der Gemeinde werden nicht vor staatlichen Gerichten oder nach Scharia gelöst, sondern in gegenseitigem Einvernehmens im Cem-Gottesdienst.

Bete, dass der Herr Jesus den Aleviten zu ihrer Gerechtigkeit wird.

Mittwoch 21 Oktober

Aleviten – Einzigartige, in der Türkei abgrenzende Kultur

Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist? (1Kor 6,19) Aleviten besitzen eine weit über schiitische Dogmen hinausgehende Kultur: Sprachen ihrer Glaubensrituale waren oft Türkisch oder Kurdisch (Zazaki/ Kurmancî), während die islamische Orthodoxie Arabisch vorschrieb. Auch Langhalslaute (Saz) und geistlicher Tanz (Semah) sind feste, identitätsstiftende Merkmale. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Alltag und Ritus und ihre Sicht von „Gott im Menschen" grenzen sie von Sunniten ab.

Bete, dass Aleviten zur Wiedergeburt im Heiligen Geist gelangen.

Donnerstag 22 Oktober

Aleviten – Kollektives mehrfaches Verfolgungstrauma

Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. (Mt 6,14) Die Beziehung zum türkischen Staat und den Sunniten ist durch Gewalttaten überschattet. Zu den tiefsten kollektiven Traumata gehören das Dersim-Massaker (1937/38) und die politisch und religiös motivierten Pogrome von Kahramanmaraş (1978) und Çorum (1980). Das verheerendste Ereignis der Neuzeit war der Brandanschlag von Sivas 1993, als radikale Islamisten ein Hotel belagerten und 35 alevitische Intellektuelle/ Künstler töteten.

Bete, dass Aleviten in Jesus vergeben und selbst Vergebung finden.

Freitag 23 Oktober

Aleviten – Eigene Gebetshäuser (nicht als Moschee anerkannt)

Denn mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker. (Jes 56,7) Die Mehrheit der Aleviten gehört ethnisch gesehen den Türken, Kurden und Zazas an. Sie machen etwa 15 bis 20 % der türkischen Bevölkerung aus und bilden die zweitgrößte islamische Glaubensgemeinschaft in der Türkei. Sie besuchen keine Moscheen, sondern ziehen es vor, in ihren eigenen Gebetsstätten, den sogenannten „Cemevi“, zu beten. In der Diaspora sind Aleviten oft durch ihre Freundlichkeit bekannt.

Bitte um die Sendung von Arbeitern des HERRN zu den Aleviten, dass sie bald in Jesu Namen den Vater im Himmel anbeten.