Tag 6: Tunesien
Imen wuchs traditionell islamisch auf. Trotzdem träumte sie als Kind von einem Mädchen, das ihr eine Kreuzkette umhängte. Später fand sie ein Injil (Neues Testament) im Haus. Kurz darauf verschwand das Buch. Sie schloss die Schule ab, begann zu arbeiten und heiratete. Ein Todesfall in der Familie erschütterte Imen. Sie dachte an den Traum und das Buch. Im Internet erfuhr sie mehr über Jesus – und beschloss, Ihm nachzufolgen. Sie sagte zu ihrem Mann: »Du kannst dich von mir scheiden lassen, aber ich folge Jesus!« Imens Mann liebte sie, hatte aber Angst um sie. In den folgenden Monaten beobachtete er ihren entschlossenen Glauben und die Veränderungen in ihrem Leben. Schließlich setzte auch er sein Vertrauen in Christus. Nun erzählen beide ihren Verwandten von Ihm.
Wir beten, dass mehr Familien gemeinsam Christus nachfolgen und Hausgemeinden entstehen.
Tag 7: Die Hazara in Westasien
In Afghanistan leben etwa 4 Millionen Hazara. Früher bildeten sie die Mehrheit der Bevölkerung, heute sind sie eine unterdrückte Minderheit. Auch in Iran und Pakistan leben Hazara als Minderheiten. Qasim war der älteste Sohn einer streng muslimischen Familie. Seit seinem 14. Lebensjahr befolgte er alle islamischen Gebote voller Stolz. Doch er hatte keine Beziehung zu Gott und fand keine Antworten auf seine Fragen. Qasim suchte Asyl in Europa. Ein Freund nahm ihn mit zur Kirche. Dort wurde für ihn gebetet und er spürte, dass er nicht allein war. Er begann, die Bibel zu lesen. Zu seiner Überraschung fand er darin Antworten auf die Fragen, die ihn gequält hatten. Voller Freude begann er, Jesus zu folgen. Qasims Vater hatte ihn nach seiner Bekehrung verstoßen, aber seine Mutter und seine Schwestern hielten Kontakt mit ihm. Heute schickt er jede Woche ein Kapitel aus der Bibel in den gemeinsamen Chat und liest es gemeinsam mit seiner Familie.
Wir beten, dass Hazara Zugang zur Bibel in ihrer Sprache, Hazaragi, bekommen.
Tag 8: Die Fulani in Guinea
Die Fulani (auch Fulbe, Peul u. v. a. m.) sind eine muslimische Volksgruppe, die in vielen Ländern Westafrikas zu finden ist. Vom Tschadsee im Osten bis zum Atlantik im Westen leben Fulani-Stämme als Minderheiten. Nur in Guinea bilden sie mit etwa 5 Millionen Menschen die größte Volksgruppe. Dort sind unter ihnen nur etwa 300 Nachfolger Jesu bekannt. Musa folgt schon seit 25 Jahren Jesus nach. Er hat als einer der ersten Fulani in Guinea dem Islam den Rücken gekehrt. Damals verließ ihn seine Frau, doch er hielt an seiner Entscheidung für Jesus fest. Musa betreibt ein kleines Café, wo er mit einigen seiner Kunden tiefe Gespräche führen kann. Zu einem erfrischenden Glas Bissap (Getränk aus Hibiskus-Blüten) liest er mit ihnen im Koran, um die Erhabenheit Jesus im Buch der Muslime zu verdeutlichen. Mehrere Leute, unter ihnen ein Imam, haben auf diese Weise Jesus als ihren Retter und Herrn kennengelernt.
Wir beten um Bewahrung für Musa und andere Fulani, die offen über ihren Glauben an Jesus sprechen.
Tag 9: Muslime in Uttar Pradesh
Indien ist mit 200 Millionen Muslimen das zweitgrößte muslimische Land der Welt. Im Bundestaat Uttar Pradesh leben 38 Millionen Muslime. Trotzdem bilden sie dort nur eine Minderheit von 19 % und leiden in den letzten Jahren unter wachsendem Hindu-Nationalismus. Rahim zog als junger Muslim vom Land in die Stadt. Er fand heraus, dass im Nachbarzimmer ein Ungläubiger wohnte – ein Moslem, der zum Christentum konvertiert war. Rahim verachtete ihn für seinen Verrat an der Religion, aber neugierig lauschte er durch die Zimmerwand den Gebeten seines Nachbarn. Er staunte, dass dieser um Gottes Segen über Rahims Leben betete. Schließlich entschloss sich auch Rahim, Jesus nachzufolgen. Heute ist er Pastor, und durch sein Zeugnis durften schon viele weitere Muslime Jesus kennenlernen.
Wir beten, dass die Nachfolger Jesu mutig ihren muslimischen Freunden und Nachbarn von Jesus erzählen.
Tag 10: Die Sundanesen in Indonesien
Ibu Asih war Sundanesin - und natürlich Muslima. Dann bekam sie Arbeit in einem christlichen Unternehmen, in dem auch viele Nachfolger Jesu arbeiteten. Im Laufe eines Jahres hatte sie fünf Träume von Jesus, erzählte aber niemandem davon. Als ihre Kollegen sich eines Tages über geistliche Kräfte unterhielten, fasste Ibu Asih Mut und sprach über ihre Träume. Einige Leute begannen, mit ihr die Bibel zu studieren. Ibu Asihs tiefe, persönliche Erfahrung mit Jesus führte dazu, dass auch ihr Mann und ihre Mutter Christus annahmen. Ibu Asih trägt weiterhin die Liebe Gottes in sich und erzählt: „Jeden Tag habe ich das Gefühl, dass Jesus mich an der Hand nimmt.“ In den letzten Monaten hat sie Dutzende Menschen zu Christus kommen sehen. Und ihr Mann hat eine besondere Leidenschaft dafür, dass junge Männer Jesus nachfolgen.
Wir beten, dass Christus sich den mehr als 30 Millionen Sundanesen offenbart.
Tag 11: Die Zaza in der Türkei
Alle nannten ihn Dr. K. Seit er Jesus kannte, wollte er mit seinem medizinischen Wissen Zazas zu Jesus einladen. Unermüdlich bereiste er ihre Heimat im Osten der Türkei, half Menschen körperlich und gab das Evangelium weiter. Er kümmerte sich um die verschiedensten medizinischen Probleme. Er hörte Menschen zu und diente ihnen geduldig und einfühlsam. Sein Dienst fand ein jähes Ende, als er wenige Monate nach der Geburt seiner Zwillingstöchter an Leukemie starb. Wer wird der nächste Apostel für die Zaza sein?
Wir beten, dass Gott einheimische Gläubige beruft und befähigt, in Dr. K.s Fußstapfen zu treten.
Tag 12: Iraner in Griechenland
Layla wuchs im Iran auf und suchte Antworten auf viele Fragen. Sie heiratete, bekam eine Tochter und zog in den Irak. Dort starb ihr Mann, sie verlor ihren Job und ihren gesamten Besitz. Bei einem Herzinfarkt schrie sie in Panik: „Gott, hilf mir! Meine Tochter ist ganz allein.“ Obwohl sie mittellos war, wurde sie von einem freundlichen christlichen Chirurgen am Herzen operiert. Die OP war erfolgreich, aber der Arzt sagte auch: „Gott heilt dein Herz. Gott wirkt in diesem Herzen.“ Eine seltsame Wärme überkam Layla, und sie fühlte sich wie neu geboren. Sie glaubte und versprach Gott, ihm zu dienen, solange ihr Herz schlug. Heute arbeitet Layla in einem Flüchtlingszentrum, wo Menschen hungrig und erschöpft ankommen. Sie dient ihnen durch Gottes Liebe und bietet ihnen Gebet an. Sie hat oft Gäste bei sich zuhause, wo sie für sie kocht und sie durch den Al-Massira-Kurs führt. Viele von ihnen haben in Jesus ein neues Zuhause gefunden.
Wir beten, dass Jesus Geflüchteten in größter Not begegnet und dass Gemeinden neue Gläubign mit muslimischem Hintergrund liebevoll aufnehmen.